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1918 ließ sich Carl Zeiss Kontaktlinsen aus Zelluloid patentieren. Wie ihre Vorgänger aus Glas bedeckten allerdings auch die Zelluloidlinsen das gesamte Auge und verursachten starke Schmerzen. Bis der stark weitsichtige Heinrich Wöhlk aus Kiel nun 1940 die erste Kontaktlinse aus Plexiglas und 1947 die sehr viel kleinere, nur auf der Iris sitzende Linse der Öffentlichkeit präsentieren kann, sind schmerzhafte Selbstversuche nötig.
Das Problem: Wie konnte Heinrich Wöhlk genaue Abdrücke seiner Augen und damit die passgenaue Linsenform erhalten? Der Maschinen-Konstrukteur setzte diese aberwitzig anmutende Idee um: Er legte sich hauchdünne Wachsplättchen auf die Augäpfel und erwärmte das Wachs solange unter einer Lampe, bis es sich seiner Augenform angepasst hatten. Um das Wachs auszuhärten, musste er seinen Kopf blitzschnell in Eiswasser tauchen - und hatte nach mehreren Versuchen brauchbare Kontaktlinsen-Vorlagen. Doch auch diese neuen Haftschalen aus Plexiglas waren nur kurze Zeit im Auge zu ertragen.
Wie Heinrich Wöhlk sieben Jahre später die erste kleine Kontaktlinse erfand, lesen Sie in der nächsten Ausgabe.