Bild: Von Bienengasse - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org
In unserem zweiten Teil der Kontaktlinsen-Geschichte geht es um einen überaus schmerzhaften Selbstversuch mit Kontaktlinsen.
Um 1888 beginnen drei Männer - unabhängig voneinander - mit Kontaktlinsen aus Glas zu arbeiten. Die Augenärzte Adolf Eugen Fick (Schweiz), Eugene Kalt (Paris) und der Kieler Medizinstudent August Müller gelten heute als Erfinder der Linse, nachdem der britische Astronom John Herschel die Wirkungsweise ein Jahrhundert zuvor bereits theoretisch beschrieben hatte.
Der Medizinstudent Müller war mit -14 Dioptrien extrem kurzsichtig. Im Rahmen seiner Doktorarbeit suchte er nach einer Alternative zu seiner schweren Brille. Er ließ sich von einem Optiker Linsen mit 20 Millimeter Durchmesser schleifen - und setzte die Gläser direkt auf die Hornhaut. Seine Augen hatte er zuvor mit Kokain betäubt. Zwar korrigierten die Kontaktlinsen seine starke Kurzsichtigkeit bis auf eine halbe Dioptrie, doch war das Tragen der Linsen so schmerzhaft, dass sie kaum 30 Minuten im Auge bleiben konnten.
Im nächsten Teil lesen Sie, wie Carl Zeiss den Weg für Kontaktlinsen aus Kunststoff bereitete.